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沙发
发表于 2008-11-28 10:44
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德文公开信的引子、正文和附件
公开信可直接发给德国媒体或个人。
德文如下:
Sehr geehrte Damen und Herren,
In erster Linie richtet dieses etwas lange Schreiben an Frau Pamperrienund Herrn Hein, die mit grossem Eifer den Tumult um Zhang Danhong unddie Deutsche Welle mitverfolgt und mit einer in regelmaessigenAbstaenden fortsetzenden Artikelserie im deutschen Presse staendig fuerAufsehen gesorgt haben. Dabei wollen wir nur darauf hinweisen, dass esnoch andere Stimmen ueber die Wahrheit existieren, obwohl die beidenHerrschaften die ihre immer als die letzte zu verkaufen versucht haben.
Die anderen Adressaten erhalten diese Mail, weil sie sich inirgendeiner Form mit dem Thema beschaeftigt und Interesse gezeigthaben. Dabei können sie eine Gelegenheit mehr haben, zu erfahren, wiedenken die normalsterblichen Internetuser aus China, alias „Partei derfuenf Mao“, ueber die Angelegenheit um die Deutsche Welle im Spezialund ueber die deutschen Medien im Allgemeinen.
Dann, viel Vergnuegen!
Anti-CNN.com
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Der Offene Brief an Pamperrien/Hein
Betr.: Eine nicht enden wollende Artikelserie von Ihnen und Offene Briefe von vielen anderen
Sehr geehrte Frau Pamperrien, sehr geehrter Herr Hein,
Es begann am 19. September dieses Jahres, als wir in den Genuss Ihres Beitragskamen mit dem Titel: Kampagne gegen Deutsche Medien — „Der Nazi-Geistkehrt zurueck“. Wahrlich eine lehrreiche Lektuere. Lehrreich deshalb,weil man dadurch von Dingen erfahren kann, wovon man vorher noch garkeine Ahnung hatte.
Zum Beispiel die Tatsache, dass wir, naemlich die User desInternetportals Anti-CNN.com sowie viele Chinesen in Deutschland, dieim Internet gegen die einseitige und parteiischeChina-Berichterstattung der westlichen, allem voran der deutschenMedien Sturm laufen, „die ‚Partei der fuenf Mao’ im Auftrag der KP amWerk“ seien. Es gebe naemlich „erhaertete Informationen“, dass wir„angeheuert wuerden“, und „pro ins Netz gestelltes Parteilob fuenf Maoerhielten“. Und niemand geringer als „Doris Fischer, die OEkonomin undChina-Expertin des Bonner Deutschen Instituts fuerEntwicklungspolitik“, habe dies auch bestaetigt. Die medialeDienstleistung geht noch ganz ins Detail: „Fuenf Mao sind umgerechnetetwa fuenf Cent.“ Somit koennen wir uns unseren Verdienst bildlichvorstellen.
Hart hat uns dieses Stueck Information getroffen. Als befaende man sichin einem grotesken Gruselthriller: untermalt mit bedrohlicher Musiknimmt eine dunkle Figur langsam Gestalt an. Dann ploetzlich, mit einemBlitz hat man den lang gesuchten Taeter erkannt.
Und der Taeter bist du selbst! Einem muss es eiskalt den Ruecken hinunterlaufen.
Deutsche Medienkreuzritter mit telepathischer Faehigkeit
Seit Mitte Maerz dieses Jahres wurde unter dem Vorwand der Tibetfragevon einer ueberwiegenden Mehrheit der westlichen Medien eineallgegenwaertige anti-chinesische Stimmung angestiftet, weil sie es alsihre Mission verstehen, mit allen Mitteln zu verhindern, dass dieWeltoeffentlichkeit im Olympiajahr mit der autoritaeren Regierung inPeking sympathisiert.
Freilich nicht nach unserem Gusto. Wir wollen in China allerleiFortschritte seit der Reform und OEffnung in allen Bereichenfestgestellt haben und hielten die anti-chinesische Kampagne fuerkontraproduktiv. Darum debattieren wir heftig mit anonymenChinakritikern im Internet und diskutieren fleissig mit unserendeutschen Gegenuebern im Alltag. Wir begruessen die vernuenftigenAussagen von Zhang Danhong und vielen anderen, die in der deutschenMedienwelt eine andere Stimme erhoben haben. Wir zeigen uns auchempoert darueber, dass diese Stimme doch kaltgestellt werden soll.
Ganz spontan, dachten wir uns. Aber falsch! Erst dank der rechtzeitigenAufklaerung von Ihnen, Frau Pamperrien und Herrn Hein, sind wir derbitteren Wahrheit bewusst geworden: Wir sind gesteuert!
Das heisst, wir wollten all diese Taetigkeiten gar nicht anstellen,sondern waren nur hinter dem Geld her, das uns im Fall der Erfuellungeines Auftrags zur Auszahlung in Aussicht gestellt wurde.
Mit Ihrer uebernatuerlichen Faehigkeit, Frau Pamperrien und Herr Hein,sind Sie unseren Gehirnaktivitaeten auf die Schliche gekommen, die unsdie ganze Zeit verborgen blieben. Womoeglich auch mit einemremote-controlled Gedankenleser? Schliesslich sind wir schon im 21.Jahrhundert, zudem noch in einem High-Tech-Staat Deutschland.
Wir sind beeindruckt, zugleich aber auch erfreut ueber dieZusatzinformation, dass jemand uns noch Geld schuldig ist. Dabei habenwir aber ein kleines Problem. Zur Loesung dieses Problems wollen wirgerne Ihre tiefblickende Einsicht zu Rate ziehen.
Jemanden mit Geld anzuheuern bedeutet doch, dass ein finanziellerAnreiz geschaffen werden soll. Im Fall von uns „Partei der fuenf Mao“faellt uns aber schwer, diesen Anreiz ausfindig zu machen.
Nehmen wir das Beispiel vom „Die Luft ist duenn“, den Sie in IhremBeitrag fuer eine Indiskretion bei der Deutschen Welle haftbar machenwollen, wobei er den Posting mit dem fraglichen Inhalt urspruenglich ineinem anderen Forum entdeckt hat. Aufgrund der Brisanz hat er ihn dannin Anti-CNN.com nachgepostet. In seiner Funktion als Moderator vonAnti-CNN.com sieht er es im UEbrigen als seine Pflicht an, Eintraegeauf die Website hinzustellen und zu verwalten.
Ihrer Angabe zufolge soll er „seit Maerz fast 2’300 Eintraegeveroeffentlicht“ haben. Gehen wir von dieser Zahl aus und schaetzen wirmal ab, wie viel Geld nach Ihrer Rechenart er in Empfang nehmen duerfte.
Im Fall der chinesischen Waehrung wuerde er also ca. 1’250 RMBerhalten. Das entspricht etwa dem Mindestmonatslohn eines schlechtbezahlten Wanderarbeiters in Peking. Unser Rechenbeispiel muss dafueraber ein halbes Jahr hart schuften. Ein finanzieller Anreiz ist esallerdings nicht.
Vielleicht bezahlt man eben wenig in einem Lohndumpingland China. „DieLuft ist duenn“ agiert aber von Deutschland aus. Wenn man die Summe indeutsche Landeswaehrung umrechnet, betraegt sie gerade €125. Das decktnicht einmal seine Unkosten wie Internetgebuehr fuer diese Monate.Einen finanziellen Anreiz finden wir auch hier beim besten Willen nicht.
Moeglicherweise kann uns in diesem Fall Doris Fischer helfen.Schliesslich hat sie Ihnen diese „erhaertete Information“ ueber dieExistenz der „Partei der fuenf Mao“ auch bestaetigt. Sie weisssicherlich zu unserem Zahlendilemma eine vernuenftige Antwort zu geben.Eine kurze Internetrecherche foerdert doch ein beeindruckendesCurriculum Vitae zutage, als Volkswirtin und Sinologin, als Beraterinfuer Unternehmen, die in China investieren. Hie und da hoeren wir vondeutschen Firmen, vor allem KMUs, die darueber lamentieren, dass sie inChina ueberhaupt kein Geld verdienen. Mit einer Mathegenie wie Frau Dr.Fischer als Beistand, wie kann es auch anders sein?
Bitte erlauben Sie uns jedoch, eine andere Version zur Erklaerung desBegriffs „Partei der fuenf Mao“ in Betracht zu ziehen. Dabei wollen wirgar nicht Ihr Urteilsvermoegen in Frage stellen. Ihren „erhaertetenInformationen“ schenken wir vorbehaltlos Glauben. Bloss, in denhitzigen Internetdebatten wurden wir staendig mit allen moeglichenBezichtigungen angegriffen, bevor ein hochkaraetiges Autorenteam wieSie uns nun „offiziell“ fuer den o. g. Titel erkoren hat. Von uns sindauch Gegenangriffe ausgegangen. Wir bezeichnen z. B. ein paarhartnaeckig Chinahass anstiftenden Hetzer als „Partei der fuenf Cent“.Amerikanische Cent, wohlgemerkt, weil unsererseits „erhaerteteInformationen“ vorliegen, dass zahlungskraeftige auslaendischeGruppierungen hinter allerlei anti-chinesischen Aktivitaeten stecken.
In den Internetnahkaempfen sind solche Bezeichnungen eher alsBeschimpfung oder Beleidigung zu verstehen. Ungeachtet ihres Ursprungs,der einer Quelle zufolge bereits 9 Jahrzehnte zurueckliegen soll, habensie mit der Hoehe einer vermeintlichen Zahlung gar nichts zu tun,sondern bringen sie nur eine Verspottung zum Ausdruck, dass dieBezichtigten gegen einen Hundeslohn alles fuer ihre Auftraggebererledigen.
Aber nochmals, wir sind grenzenlos erfreut, das von Ihnen grosszuegigverliehene Fuenf-Mao-Titel fuer bare Muenze nehmen zu duerfen, obwohlfuer bezahlte Internetauftritte der „Partei der fuenf Mao“, auchseitens Frau Dr. Fischer, kein konkreter Beweis vorliegt und bei derBezahlung als ein finanzieller Ansporn die Rechnung gar nicht aufgeht.
Deutsche Welle mit Seitwaertssurferin
Dennoch geht es in Ihrem Beitrag gar nicht um uns, sondern um ZhangDanhong und die Deutsche Welle. Mit grossem Eifer verfolgen Sie dieDW-Mitarbeiterin, schon seit Ihrem Artikel in der Berliner Zeitung vom 20. August dieses Jahres.
Darin wurde ihr uebel genommen, dass sie der KP China bescheinigt,„mehr als jede politische Kraft auf der Welt zur Verwirklichung desArtikels 3 der Erklaerung der Menschenrechte beigetragen“ zu haben,naemlich zur Realisierung der Rechte auf Leben, Freiheit und Sicherheit(In spaeteren Ausfuehrungen fuegen Sie freundlicherweise noch denurspruenglich von Ihnen unterschlagenen Satz hinzu: „Es ist Chinagelungen, 400 Millionen Menschen aus der absoluten Armut zu holen.“).Ferner wurde ihr vorgehalten, dass sie die Internetzensur in Chinaverteidigt, indem sie sagte, „hier in Deutschland“ koenne man „auchnicht jede Seite aufrufen, zum Beispiel Kinderpornografie." In einer Talkshowkritisierte Zhang „die Kanzlerin fuer deren Verletzung der ehemalsguten Beziehungen zu China, weil Merkel den Dalai Lama empfing“. Nichterwaehnt in Ihrem Bericht ist Zhang’s Vorwurf in der gleichen Sendung,Merkel habe die Beziehung „auf einen Konfrontationskurs gebracht“. Und„dieses Schwarz-Weiss-Denken“ finde gar in einem „Asienstrategiepapier“der CDU/CSU-Fraktion Platz.
Beim Zitieren von Aussagen, die Zhang in einer Talkshowueber die Menschenrechtslage in China gemacht hat, war offenkundig IhreAufregung so gross, dass Sie die UEbersicht verloren. Die von Ihnennachgeschusterte Aeusserung: „Das Gros der Chinesen wolle keineMeinungsfreiheit, sondern wirtschaftlichen Aufstieg“, kam nachweislichnicht von ihr (Wir haben die Talkshow in Vollversion durchgecheckt).Des Weiteren wurde aufgefuehrt, dass Zhang auf „gewisse Grenzen fuerdie chinesische Regierung“ hinwies, die „nicht ueberschritten werden“duerften. Zudem werde nur "ein kleiner harter Kern", der "politischagiert", „verfolgt“. Ihre Schlussfolgerung, dass mit dieser Aussage esbedeuten wuerde, „der ist dann selbst schuld, wenn er im Gefaengnisoder am Galgen“ landen soll, haben wir jedoch nicht nachvollziehenkoennen.
Denn Zhang hat ausdruecklich die Menschenrechtsverletzungen in Chinakritisiert und fuer unentschuldbar erklaert, was Sie tuechtigunterschlug. Zhang wolle aber auch festgestellt haben, dass China nicht„ein ganz schlimmes, boeses Land“ sei. „Insgesamt hat sich die Lagefuer die Mehrheit der Bevoelkerung verbessert.“ Man muesse „derchinesischen Regierung anerkennen, dass die letzten 30 Jahre eineunglaubliche Erfolgsgeschichte waren“, und duerfte nicht "ueber dieFortschritte schweigen, die erzielt wurden".
Beweise genug, die demonstrieren, dass die DW-Journalistin, die gar zueiner leitenden Position im Sender aufgestiegen war, doch „auf derLinie der Kommunistischen Partei“ sei. Wie es spaeter noch von IhrenGleichgesinnten formuliert wird, finde dabei ein „Re-Importdiktatorischer Propaganda“ statt. Man darf gespannt erwarten, was fuerZustimmung und Anerkennung ein so rotgefaerbter Sender und seineMitarbeiter bei den parteitreuen patriotischen chinesischen Empfaengernhervorrufen koennten.
Zunaechst ist hierbei darauf hinzuweisen, dass der Sender und seinInternetdienst bis kurz vor den Olympischen Spielen im Festlandgesperrt wurden. Nun, mit einem zufaellig ausgewaehlten Leserbriefvom 27. September kann allenfalls die durchschnittliche Leserstimmungeruiert werden. Der Leserbriefschreiber namens „Hu Yongbo“ sei von derObjektivitaet und Gerechtigkeit der westlichen Medien ueberzeugtgewesen. Seitdem man neulich freien Zugang zu DW-Homepage geniessenkann, sei er „jedoch zusehends verwirrt und unsicher“ geworden. SeineFeststellung: „Die chinesischen Medien vertuschen und manipulieren,aber die westlichen Medien verleumden und diffamieren.“ Und: „Diechinesischen Medien sind fuerchterlich, die westlichen abscheulich.“
Uns faellt es zwar schwer, solche Woerter als Lob fuer einenpro-chinesischen Sender zu verstehen. Aber wer sagt, dass Sie, FrauPamperrien und Herr Hein, nicht recht haben? Dieses StueckLeserreaktion ist ein Indiz dafuer, dass die Deutsche Welle und seineMitarbeiter doch linientreu gehandelt haben. Naemlich getreu der Liniedes westlichen Medienmainstreams, dass ja keine Sympathie fuer dieFuehrung in China erweckt werden darf, und zwar mit allen Mitteln,inklusive Manipulationen. Dafuer riskieren sie selbst den ueber Jahrehinweg aufgebauten guten Ruf als objektiv und gerecht.
Eine Zhang Danhong hielt offenbar nicht immer an dieser Regel und hatsich sogar erlaubt, eine eigene Meinung zu vertreten. Ein Streifzugdurch die deutsche Medienlandschaft soll aber illustrieren koennen, wieweit Zhang von der gegenwaertigen oeffentlichen Meinung in Deutschlandentfernt ist.
Erstaunlicherweise viele deutsche Politprominenten bekundeten indeutschen Medien ihre Bewunderung fuer die Leistung der chinesischenRegierung, „400 Millionen Menschen aus bitterer Armut und Hungerbefreit“ zu haben. Ob man in dieser Leistung irgendeiner „politischenKraft auf der Welt“ nachsteht, zeigt ein neuer Bericht der Weltbank,wonach die Armutsquote weltweit ohne diese enorme Reduktion in Chinanoch massiv zugenommen haette. Und diese „sozialen Menschenrechte, alsodas Recht auf Bildung, auf Gesundheitsversorgung oder Ueberwindung derArmut“ sind auch Menschenrechte, um die Bundestagsabgeordnete Herta Daeubler-Gmelin zu zitieren. Mit dieser Aeusserung steht sie sicherlich nicht allein da.
Zum eingeschraenkten Internetzugang im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking war DOSB-Generaldirektor Michael Vesperzu hoeren: "Bei uns sind es rechtsradikale Seiten, die gesperrt werden.Und es ist natuerlich auch in China so, dass einzelne Seiten gesperrtwerden." In einem spaeteren Rueckzieher bekraeftigte er zwar, er seigegen die Internetzensur in China. Der Tatsache, dass „in allenLaendern der Welt Webseiten blockiert werden“, hat er aber niewidersprochen.
Zur Chinapolitik der Kanzlerin Merkel hat ihr Amtsvorgaenger Gerhard Schroederwie Zhang Danhong auch auf das Asienstrategiepapier derCDU/CSU-Bundestagsfraktion hingewiesen und nicht zimperlich davongesprochen, dass es „viel Porzellan zerschlagen“ habe. Bereits vor 2Jahren fand ein anderer Amtsvorgaenger Helmut Schmidtes „nicht sonderlich erfolgversprechend, wenn sich die Bundeskanzlerinin Peking hinstellt und die Einhaltung von Menschenrechten einfordert.“Da denke der Chinese „gleich an Auschwitz"!
Zur Menschenrechtssituation in China aeusserte sich der Bundesinnenminister Wolfgang Schaeuble,dass man „wissen muss, dass andere Menschen nicht verpflichtet sind,alles fuer ideal zu halten, nur weil es in Deutschland so ist.“ Herta Daeubler-Gmelin habe auch „etwas gegen erhobene Zeigefinger“, attestiert zugleich noch,„China hat sehr grosse Fortschritte bei Menschenrechten gemacht“. AlsVorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Bundestag undEx-Justizministerin, die waehrend ihrer Amtszeit Rechtsstaats- undMenschenrechtsdialoge mit China mit ins Szene gesetzt hat, muss schonwissen, wovon sie spricht.
Diese Auflistung kann noch weiter fortgesetzt werden. Jedoch aufgewisse Quelle muss verzichtet werden, wie z. B. George Blume, den vonZhang Danhong selbst zitierten China-Korrespondenten von „taz“ und „DieZeit“. Er bezeichne die Kanzlerin Merkel verantwortlich fuer dieSchaffung vom „Naehrboden fuer eine kollektive Projektion von China alsdem neuen Reich des Boesen“. Jedoch hat er sich fuer die deutschenMedien schon Monate zuvor als unnuetz erwiesen, dass er als einer derletzten Auslandsjournalisten, die in Lhasa bleiben durften, nichteinmal in der Lage war, Beweise fuer Stoecke schwingende und Tibetertoetende chinesischen Sicherheitskraefte zu liefern. Beweise, die vonetlichen westlichen Medienschaffenden sehnsuechtig erwartet wurden, umeine Legende der blutigen und gewaltsamen Niederschlagung in Lhasaaufrechtzuerhalten. Dahingegen kann sein Bericht nur die Beweisedafuer liefern, dass die Legende nur so aussehen kann wie sie ist ―naemlich eine Luege.
Christlich-europaeischer Wertekanon ueber allen Kanonen
Insgesamt muessen einem die aufgelisteten Aeusserungen doch bekanntvorkommen. Sie, Frau Pamperrien und Herr Hein, lassen sich allerdingsnicht von einem solchen Vergleich beeindrucken.
Es muss eine naive und absurde Vorstellung von Zhang Danhong gewesensein, anzunehmen, dass sie, als eine unbedeutende Angestellte derDeutschen Welle, irgendwelche Immunitaet geniesse, das zu sagen, wassie fuer richtig haelt. Als gebuertige Chinesin ist ihr einfach dieBerechtigung entzogen worden, jemals pro-chinesische Aeusserungen vonsich zu geben ― von Chinesen oder Chinastaemmigen in Deutschland findenderzeit ohnehin nur China-feindliche Aussagen in den deutschenMassenmedien FREIEN Zugang.
Ausserdem kann man doch nicht zulassen, dass die Deutsche Welle, einemit Steuergeld staatlich finanzierte Medienanstalt, ein Sprachrohr vom„neuen Reich des Boesen“ werde. Dass Zhang Danhong dabei vielen inDeutschland Steuer zahlenden Chinesen und Chinastaemmigen aus der Seelegesprochen hat, hat keine Bedeutung (uebrigens gab sie „die Wut derhierzulande lebenden Chinesen ueber die verunglimpfendeBerichterstattung“ als Antrieb ihrer Aeusserungen an).
Entscheidend ist aber fuer Sie, dass Zhang’s Aeusserungen mit demSendeauftrag der Deutschen Welle nicht zu vereinbaren seien. DieDeutsche Welle habe, wie Sie in einer spaeteren Stellungnahmezu praezisieren versuchten, „nicht den primaeren Auftrag, pluralistischzu berichten, sondern Deutschland und die deutsche Kultur in der Weltzu praesentieren. Dabei soll sie das christlich-europaeischeWertesystem vermitteln und Demokratie und Menschenrechte foerdern. Zudiesem Wertesystem gehoeren auch der Pluralismus und die Wiedergabe vonSichtweisen aus anderen Kontinenten.“
Gerne haetten wir Ihnen diese Ausfuehrung auch blindlings geglaubt,falls nicht die Website der Deutschen Welle aber bloederweise jedemzugaenglich waere. Tatsaechlich findet man dort unter dem Leitbild des Sendersdie Aufgabe: „Wir vermitteln die Werte freiheitlicher Demokratie undsetzen uns fuer die Menschenrechte ein.“ Die steht allerdings,mindestens der Reihenfolge nach, nicht an der ersten Stelle, demnachnicht „primaer“. Viel wichtiger scheinen dem Sender doch dieVermittlung „deutscher und anderer Sichtweisen“ und die Foerderung des„Dialogs der Kulturen“ sowie der Einsatz „fuer Voelkerverstaendigungund Toleranz“ zu sein.
Darin sehen wir, dass Zhang Danhong diese „primaeren“ Aufgabenausgezeichnet gemeistert hat, indem sie zur Beseitigung der Vorurteilegegen China die „anderen Sichtweisen“ vermittelt und sich ausdruecklichfuer Dialog, Voelkerverstaendigung und Toleranz einsetzt. Aber unsereMeinung zaehlt hier doch gar nicht, vielmehr soll „daschristlich-europaeische Wertesystem“ zaehlen.
Wir haben jedoch wieder ein Riesenproblem. Die durch Ihre Praezisierungzustande gekommene Bezeichnung „das christlich-europaeischeWertesystem“ kommt im Leitbild des Senders gar nicht vor. Auch eineTextsuche im „Deutsche-Welle-Gesetz“nach dem Begriff „christlich“ (wofuer vermutlich auch der Dalai Lamaeinstehen muss) bringt keinen Erfolg. Moeglicherweise haben Sie beiIhrer Recherche doch die Deutsche Welle mit Radio Vatikan verwechselt.Dank goettlichem Beistand?
Das alles aendert aber nichts daran, dass die zitierten Aussagen vonZhang Danhong fuer etliche deutsche Zuhoerer wie ein rotes Tuch wirken,denen einfach das Wort „Kommunismus“ wie ein rotes Tuch wirkt. Einaufgebrachter Zuhoerer soll bei einer Live-Sendung im Deutschlandfunk,wo Zhang auftrat und Zuhoerer ihre Reaktion an die Diskutanten richtenkonnten, vergeblich versucht haben, die DW-Frau direkt ins Gesicht zufragen, ob sie Mitglied der KP Chinas sei.
Da liegt also der Hund begraben. In diesem Fall ein „kommunistischer“bunter Hund, der von lauten kapitalistischen Wachhunden erwischt wurde.Es ist naemlich eine legitime Mutmassung, jede pro-chinesischeAeusserung auf einen heimlichen kommunistischen Propaganda-Auftragzurueckzufuehren. Genauso wie einst von „Spiegel“ gemutmasst wurde,dass die Gesamtheit chinesischer Studenten und Wissenschaftler inDeutschland potenziell als „gelbe Spione“ aus dem Reich der Mittefungiere.
Eigener Angabe zufolge soll der Intendant des Senders seineMitarbeiterin tatsaechlich danach gefragt haben, ob sie doch heimlichein Parteibuch besitze. Die Frage sei verneint worden.
Deutscher Freigeist mit Geistheilerbeihilfe
Bei vielen Falun-Gong-Anhaengern soll der Umstand, ob der Befragtetatsaechlich KP-Mitglied ist, keine Rolle spielen. Er wuerde trotzdemaufgefordert, aus der Partei auszutreten. Dafuer haben diepseudo-religioesen Aktivisten auch eine Erklaerung parat, dieallerdings allzu esoterisch klingt: Beim Eintritt in die Partei bekaememan ein Zeichen „des Tieres“ eingebrannt, das nur durch einen formellenAustritt wieder geloescht werden koenne. Ohne formelleAustrittserklaerung werde der Betroffene von Unheil und Missgluecklebenslang verfolgt. Das ist keine Maerchengeschichte à la GebruederGrimm, sondern das offizielle Argument von Falun-Gong, um moeglichstviele Mitglieder aus der Partei zu werben.
Die Austrittsforderung geht aber nicht nur an die Mitglieder der KPChinas, sondern auch an die der Kommunistischen Jugendliga (einerFDJ-aehnlichen Organisation) und der Jungpioniere. Uns sind Faellebekannt, in denen Personen mittlerer Alter von Falun-Gong-Anhaengernangefleht wurden, aus der Jungpioniere auszutreten, denen man ab dem14. Lebensjahr schon automatisch nicht mehr angehoert. Somit wird dieZahl der „Ausgetretenen“ nach oben katapultiert.
Urspruenglich eine Meditationsbewegung unter vielen anderen, zeichnetsich Falun-Gong durch die eigenartige Heilpraxis aus: Die Anhaengerwerden zumindest nicht ermuntert, schulmedizinische Behandlungen inAnspruch zu nehmen. Ein Dharmarad, das sich durch langjaehrigesMeditieren im Unterleib eines Glaeubigen einpflanzen lasse, erledigedie ganze Heilungsarbeit. Ein Verbot der Arztbesuche wird vonFalun-Gong heftigst bestritten. Allerdings soll der an Gehirntumorerkrankte Anfuehrer Meister Li seine Reise zu einer aerztlichenKonsultation inkognito angetreten haben, damit seine Anhaenger vondiesem peinlichen Widerspruch nicht Wind bekommen.
Laut eines Urteils des Oberlandesgerichts Leipzigim Jahr 2005 darf Falun-Gong aufgrund der Struktur und dessektiererischen Gruppenbewusstseins als eine Psychosekte bezeichnetwerden. Somit gesellt sich Falun-Gong zu anruechigen Sekten wieScientology. Waehrend Scientology allerdings noch keinenPraesidentschaftskandidaten fuer die Vereinigten Staaten gestellt hat,hegt Falun-Gong jedoch politische Ambitionen. Das Ziel ist einfach derUmsturz der Regierungspartei Chinas.
Dafuer hat die Sekte bereits Jahre zuvor politisches Kapitalgeschlagen, dass sie von der KP China verboten und verfolgt werden.Grund genug, um von finanzstarken China-feindlichen Elemententatkraeftig unterstuetzt zu werden. Inzwischen ist nicht nur einauflagenstarkes Sektenorgan „Epoche Times“ weltweit im Umlauf, gratiswohlgemerkt. Falun-Gong unterhaelt auch noch einen sekteneigenenTV-Sender, New Tang Dynasty TV. Ein viel lukrativeres Almosen als einpaar laecherliche fuenf Cents.
Die nach Freiheit ersehenden Falun-Gong-Anhaenger schrecken nicht davorzurueck, gleicher Mittel zu bedienen, derer sie ihren politischenGegner anschuldigen. Einige ihre Vorwuerfe sind selbst fuer Beobachterinternationaler NGOs ueberzogen und unbegruendet.
Ein aufsehenerregender Hoehepunkt wurde kurz nach dem verheerendenErdbeben in Sichuan erreicht. Als eine Organisation mit dem hoechstenGebot „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Duldsamkeit“ bezeichnetFalun-Gong, ganz im Sinne von Sharon Stone mit ihren notorischenSpruechen ueber „schlechtes Karma“, diese Naturkatastrophe mit ueber80'000 Todesopfer als Strafe vom Himmel fuer die kommunistische Partei.Als die Sektenmitglieder diese pietaetslose Behauptung noch in NewYorker China-Town lauthals verkuendeten, wurden sie von aufgebrachterMenschenmenge regelrecht niedergeschrien. Umgehend wurde diese spontaneReaktion auf Anstiftung chinesischer Regierungsagenten zurueckgefuehrt.
Jedenfalls will nicht jeder mit der Sippe zu tun haben. Beispiel „Focus“:Wie auch in Ihrem Beitrag erwaehnt, erwaege das Muenchner Magazin garjuristisch gegen die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua vorzugehen,weil sie einen „Focus“-Journalisten mit Falun-Gong in Verbindunggebracht habe.
Sie, Frau Pamperrien und Herr Hein, haben juristische Schritte aber garnicht noetig, weil Sie sich einen Dreck darum scheren, ihreFalun-Gong-Quellen ueberhaupt zu vertuschen. Xu Pei, die Sie in IhremBeitrag als Vorkaempferin gegen Zhang Danhong und ihren Sender nur somit Sympathie ueberschuettet haben, ist eine erklaerteFalun-Gong-Anhaengerin. Und die „Epoche Times“, die Sie als Quellezitiert haben, ist wie bereits erwaehnt das Sektenorgan.
Das soll aber auf keinen Fall heissen, dass Sie nicht mehr das Rechthaben, sich zu wundern, dass die ganze Welt Sie und Xu Pei alsDreigespann fuer die Anti-Zhang-Kampagne verantwortlich macht. In IhrerStellungnahme vom 12. Oktober gegen diese Ihrer Meinung nach ungerechteAnschuldigung, diesmal vom China-Experten Frank Sieren in „Die Zeit“ platziert, streiten Sie es ab, eine Anti-Zhang-Kampagne angespornt zu haben.
Es ist nicht unsere Aufgabe, Ihren Vorwurf gegen Sieren, er habe diechronologische Abfolge der Ereignisse durcheinandergebracht, zuwiderlegen. Es muss auch stimmen, wenn Sie darauf bestehen, dass nichtSie eine Kampagne gestartet haben. Tatsaechlich war der Stein desAnstosses ein Artikel vom 11. August in „Focus“,der Zhang zum ersten Mal in deutscher OEffentlichkeit kritisiert. Ihrerster Artikel erschien in der „Berliner Zeitung“. Es war 20. August.
Nach der uns bekannten Chronologie gehoert „Berliner Zeitung“ aber zuder ersten Quelle ueber die Absetzung der DW-Frau, mit Verweis aufIhren Artikel, der gerade zwei Tage alt war. Und fuer Sie als Insideroffenbar unwesentlich, dass erst durch die Sektenzeitung „Epoche Times“bzw. deren Online-Ausgabe diese Nachricht auf Chinesisch publik wurde.Und sichtbare Genugtuung in beiden Faellen.
Fern ab in China muss dies den Eindruck erweckt haben, es bestehe eineVerbindung zwischen diesen Medienereignissen, und prompt werden Sie,Falun-Gong, und selbst das Politmagazin „Focus“, das einst nichtgeradezu zimperlich mit der Psychosekte umging, in einen Topfgeschmissen. Die zwei E-Mails von Xu Pei an die Deutsche Welle, fuerderen Auftauchen im Internet Sie „Die Luft ist duenn“ von unseremPortal schuldig machen wollen, entkraeften mit ihrem aggressivenTonfall nicht gerade eine Verstrickung aller China-feindlichen Kraefte.
Zudem werfen Sie Sieren vor, schlecht recherchiert zu haben, sonst„haette er erfahren, dass wir von Xu‘s Kritik an Zhang erst erfuhren,nachdem unser erster Artikel im August erschienen war“.
Da muessen wir den armen Mann aber in Schutz nehmen. Es ist leichtfestzustellen, dass Frau Pamperrien regelmaessigen E-Mail-Kontakt mitXu Pei pflegt. Einige Xu’s brisanter Beitraege finden auch Eingang aufder Website von Frau Pamperrien („Berliner Journalisten“).Beispielsweise Xu‘s Redevom April dieses Jahres, ein voodoomaessiger Vortrag ueber Himmelsauge,das auf die Olympia in Peking richtete. Zum Schluss wollte Xu noch miteinem umgedeuteten Nostradamus China’s Schicksal zu bestimmen wissen(Das ganze auf einer Website des modernen Journalismus. Soweit ist esschon in Deutschland). Es darf doch ohne weiteres gemutmasst werden(Mutmassung ist inzwischen doch ein Volkssport geworden), dass geradekurz vor Zhang’s Absetzung der E-Mail-Verkehr zwischen Ihnen ploetzlichabbrach. Wenn doch nicht, haben Sie dabei, wie es sich gehoert zwischengleichgesinnten uebereifrigen Politaktivistinnen, auch nur ueber dasschoene Wetter gesprochen.
Jedenfalls soll Xu Pei Ihnen dankbar sein, mit Ihrer Hilfe in deutschenMassenmedien eine Stimme erheben zu koennen. Dadurch, dass Sie in IhremBeitrag ihre Version zitieren, machen Sie ihre agitatorischesektendienliche Propaganda in Deutschland salonfaehig, mit ihrerRote-Infiltration-Theorie, die nicht mal vor ehrenhaften Politikern wieHelmut Schmidt Halt macht.
Uns wundert nur noch, dass Sie sich nicht bemueht haben, Sieren’sboesartige Unterstellung aus der Welt zu schaffen, dass dieFalun-Gong-Frau einst umsonst um dieselbe Stelle bei der DeutschenWelle beworben habe, die spaeter aber Zhang Danhong innehat. Somitgeben Sie doch Nahrung zur Mutmassung, die Sektenanhaengerin habe ausniederem Beweggrund rachesuechtig gehandelt.
Moechtegernwestliche Chinesen mit Schwarzmalerpinsel
Fuer Ihre antikommunistische Kampagne haben Sie den Baerendienst dieserPsychosekte und ihrer Anhaenger aber nicht unbedingt noetig. Siekoennen noch auf andere Geheimwaffen zurueckgreifen.
Das Zauberwort heisst Dissidenten, die zumindest frei von dubioserSpiritualitaet sind. Dachte man sich. Die Finanzsituation sprichtjedoch eine andere Sprache, zumal ein breiteres Publikum nur durch dieFalun-Gong-Zeitung „Epoche Times“ erreicht werden kann, eben gratis.
Dies hindert aber nichts daran, dass sich die exilchinesischenDissidenten mit Hingabe fuer freiheitliche Demokratie undMenschenrechte einsetzen. Immerhin verkoerpern diese Prinzipien dieuniversellen Werte der Menschheit. Werte, die bereits in ihrerVollkommenheit in den westlichen Industrienationen realisiert wordensind, die wiederum vom Rest der Welt verlangen, sich dieseallgemeingueltigen Werte zu eigen zu machen. Dass man bei diesenNationen durchgaengig auf ehemalige Kolonialmaechte trifft, von derenUnterwerfung viele heutige Dritt-Welt-Laender einschliesslich Chinaerst durch langjaehrige Kaempfe befreit sind, ist schlechtweg reinerZufall.
Allerdings stand China 30 Jahre zuvor am wichtigen Scheideweg: Wohinmit einem Land, das gerade eines der dunkelsten Kapitel in seinermodernen Geschichte, die Kulturrevolution, hinter sich hat? Man hateinen praktischen Weg gewaehlt, um in einem langen Prozess zunaechstdie am Rande des Abgrunds stehenden Wirtschaft auf Vordermann zubringen.
Im Allgemeinen ist unter den Durchschnittschinesen das Gefuehlwahrzunehmen, gegenueber frueher hat sich das Leben wesentlichverbessert. Trotzdem wird man von unseren lieben Dissidenten immerwieder daran erinnert, dass die Demokratisierung auf der Streckebleibe. Sie koennen die Argumente auch nicht mehr hoeren, China sollseinen eigenen Weg gehen, und angesichts der landesspezifischenSituation werde die Erfolgsgeschichte der westlichen Demokratie inChina nicht mehr wiederholen.
Das ist natuerlich Unfug. Bereits 20 Jahre zuvor wurde ein Experimentgestartet, in einem seinerzeit ebenfalls als totalitaer eingestuftenLand Sowjet Union. Der Projektleiter des Politversuchs heisst MichaelGorbatschow. Er handelte nicht nach dem primitiven Spruch: „Ob weisseoder schwarze Katze, fangen sie Maeuse, sind sie gute Katze.“ Was eraus seinem Zaubersack ausliess sind vornehme Katze namens „Glasnost“und „Perestroika“, die als Synonym fuer fortschrittliches Denkengalten. Man hatte gute Aussicht, ein ehemals sozialistisches Land nachdem westlichen Modell umzuwandeln.
Denn in Gorbatschow hat man den grossartigsten Internationalistengefunden, der alles in seiner Macht Stehendes getan hat, damitsozusagen allen Voelkern ausserhalb der damaligen sowjetischen Grenzedas Leben, im Vergleich zu frueher, immer besser wird. Seinen eigenenLandsleuten jedoch nicht. Mit drei baltischen Laendern hat er schonProblem, weil sie zwar noch sowjetisch waren, wollten aber unbedingtAuslaender werden. Bevor er sich in Klaren war, ob er die Leute alsAuslaender (nett) oder Inlaender (schlecht) behandeln soll, wurden sieschon unabhaengig. In den darauf folgenden Jahren folgten noch dierestlichen 12 Teilrepubliken. Das Riesenreich brach auseinander.Russland stand allein da, mit einer maroden Wirtschaft und einempolitischen System, das sich Demokratie nennt. Eine Demokratie, dienoch staendig vom Westen verspottet wird.
Dass sich das chinesische Volk von dieser Entwicklung bei seinemNachbar nicht sonderlich begeistert zeigt, ist aeusserst bedauerlich.Somit erschwert sich ungemein die Arbeit fuer die politischen Kraefte,die gleich nach dem Ende des Kalten Kriegs bereits dieHoffnungsschimmer einer einheitlichen Weltordnung, basierend auf demvon Ihnen genannten „christlich-europaeischen Wertesystem“,wahrgenommen haben.
Unsere Exilchinesen lassen aber nicht locker. Zur Verwirklichung ihrespolitischen Ziels handeln sie gerade nach dem Motto aus der Mao-Bibel,die in der Kulturrevolution Kult war: „Alles, was der Feindunterstuetzt, muessen wir bekaempfen“, und vice versa. Dabei sind siesich absolut sicher, dass sie die verwundbarste Stelle ihres Gegnerskennen und treffen koennen. Beispielsweise die Wahrung der nationalenEinheit und territorialen Integritaet. Oder der Wille, die OlympischenSpiele 2008 erfolgreich ueber die Buehne zu bringen. Das Maerzereignisin Lhasa bietet eine optimale Gelegenheit, zum einen die SouveraenitaetChinas in Tibet in Frage zu stellen, und zum anderen durchBoykottaufrufe Chinas olympischem Traum einen dicken Strich durch dieRechnung zu machen.
Dafuer setzten unsere Dissidenten alle Hebel in Bewegung, um alleAktivitaeten, die der Pekings Zentralregierung und demOlympia-Ausrichter weh tun koennen, mit aller Kraft zu unterstuetzenund voranzutreiben, nur um danach herauszustellen, dass immer mehrDurchschnittschinesen, die angeblich die Nutzniesser all dieserBemuehungen sein sollen, ihnen die kalte Schulter zeigen. Dass es sichdabei noch um etliche vormalige Anhaenger der Demokratiebewegunghandelt, gleicht es einem Hollywood-Titel: „How to lose manysympathizers in a few weeks“.
Die Mehrheit der Durchschnittschinesen wuerde Zhang Danhong’s Aussage,dass es Vorsicht geboten sei, „was China betrifft, das Wort Diktatur inden Mund zu nehmen“, ohne zu zoegern unterschreiben. Welchen Anteil siedie chinesische Bevoelkerung auch ausmacht, ist sie natuerlich einerGehirnwaesche der kommunistischen Propaganda unterzogen worden. Soeinfach ist es.
Dabei ist man sich dessen bewusst, die Menschenrechtslage in Chinalaesst noch viel zu wuenschen uebrig. Wenn man aber auf die immensenFortschritte im Vergleich zu frueher hinzuweisen versucht, wird einemsogleich von unseren Menschenrechtspredigern die Lektion erteilt, dasssie bloss Augenwischerei oder als Alibiuebung zu deuten seien. DieMenschenverachtung sei systeminhaerent und ohne Machtwechsel nicht ausder Welt zu schaffen. Am liebsten soll man selbst den Laden in die Handnehmen. Wurde nicht schon in New York eine „UEbergangsregierung“pro-westlich gesinnter Exilchinesen gebildet, sogar mit einemselbsternannten „Praesidenten“?
Ob somit die Menschenrechtslage drastisch zu verbessern ist, zeigt dieTatsache, dass die pro-westlichen Kraefte, die in manchen Laenderndurch die sogenannte Farbenrevolution an die Macht gekommen sind, immernoch damit beschaeftigt sind, die neu gewonnene Scheindemokratie alsandersartige Plattform auszunutzen, um unentwegt ihre Machtkaempfeweiter auszutragen.
Es ist jedenfalls beleidigend, dass der Monopolanspruch unsererDissidenten als alleinige Interpreter in Sachen Demokratie undMenschenrechte nicht ernst genommen wird. Es ist einfach unerhoert,dass man noch an den Willen der Regierungspartei Chinas zur politischenReform glaubt. Die Betonkoepfe wuerden sich nur fuer eigenenMachterhalt interessieren. Alle Ermahnungen zur Verbesserung derMenschenrechte und zur Demokratisierung wuerden nur auf taube Ohrenstossen. In einem CNN-Interviewsind doch die folgenden Aussagen zu hoeren, dass 1) man „das Wahlsystemverbessern“ soll, „damit die Regierungsmacht wahrhaftig dem Volkgehoert“, 2) man „das Rechtssystem verbessern“ soll, einen „Rechtsstaataufbaut“ mit einem „unabhaengigen und gerechten Rechtssystem“ und 3)man „die Regierung unter der Aufsicht der Bevoelkerung stellen“ soll,dazu gehoere „die Transparenz der Regierungsangelegenheiten“ und die„Aufsicht der Medien und anderer Parteien“.
Im Uebrigen handelt es sich beim Interviewten um einen Herrn WenJiabao, seines Zeichens amtierender chinesischer Ministerpraesident.
Unsere liebe Dissidenten wollen natuerlich keine Zeit vergeuden mitsolchem „Lippenbekenntnis“, um diese „Reform der kleinen Schritte“ zubegleiten, die jedoch mit der Zeit substanzielle Verbesserungen mitsich bringt. Ihre primaere Aufgabe ist die Schwarzmalerei. Ihnen gehtes vor allem darum, ein duesteres Bild der chinesischen Gesellschaft zumalen und aufrechtzuerhalten.
Wahldeutsche Zensurgegner mit Zensurforderungen
Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung dieses Riesenreichs ist esauch nicht schwer, Missstaende irgendeiner Art ausfindig zu machen.Wohlwollende Loesungsvorschlaege sind aber bei weitem nicht so cool alseinfach anschuldigend den Zeigerfinger zu erheben, Unmut unter derBevoelkerung zu schueren und politisch Nutzen daraus zu ziehen.
Angesichts des hohen technischen Gehalts dieser schwarzmalerischenTaetigkeit koennen sie einfach nicht dulden, dass eine Zhang Danhongihnen ins Handwerk pfuscht. Ihre differenzierende Art derBerichterstattung sowie ihr Wille, Fortschritte der Demokratisierungund Menschenrechtslage in China erkennen zu wollen, sind unserenDissidenten ein Dorn im Auge. Sie muss also weg.
Sie muss weg, weil sie, nach dem Wort des innenpolitischen Sprechersder SPD-Bundestagfraktion Dieter Wiefelspuetz, „die Zensurversuche derchinesischen Regierung bereits im Kopf“ habe.
Soweit Sie, Frau Pamperrien und Herr Hein, mit aller Entschiedenheitdie Zensur eines „totalitaeren Regimes“ bekaempfen, soll Ihnensicherlich gelaeufig sein, wie eine solche Zensur funktioniert. Zu denMassnahmen, jemanden an Meinungsaeusserung zu verhindern, gehoertjedenfalls die Entfernung eines Journalisten von seinem Posten. Amliebsten wird er seinen Job los, damit verstummt auch fuer immer seineStimme. Ein sicherer Weg, das zu erreichen, ist zu seinem Chef zu gehenund schlecht ueber ihn zu reden, dass er aus der Reihe tanze, dass ernicht linientreu bleibe.
Das nennt man Denunzieren, ein hinterhaeltiges und abscheuliches Verhalten bei der Zensur.
In einer totalitaeren Zensur, die Sie an den Pranger stellen, soll dieGeschichte in der Regel so weiter gehen, dass sich der Boss erbostzeigt ueber die angezeigte Person und disziplinaere Schritte einleitet.Der Denunziant wird belohnt, der Abweichler gemassregelt.
Noch unmenschlicher ist die sog. Sippenhaft, eine Art Kollektivstrafefuer Familienangehoerige. Sie werden fuer Sachen bestraft, mit denensie ueberhaupt nicht zu tun haben.
Aber in Deutschland herrscht kein totalitaeres Regime, dafuerfreiheitliche Medien. Die Dissidenten geniessen die Freiheit, sichdirekt an die Vorgesetzten der Deutschen Welle, in diesem Fall demdeutschen Parlament, zu wenden. In ihrem Offenen Brief an den Deutschen Bundestag vom 17. September wurde den Abgeordneten ausfuehrlich gezeigt, wie Zhang Danhong gesuendigt hat.
Z. B., dass ihr vom chinesischen Staatsfernsehen CCTV das Privilegeines Live-Interviews eingeraeumt wurde. Oder dass sie und ihre Kollegeund Kolleginnen bei Heimbesuchen „hochpolitisch empfangen“werden. Also zwei der schwerwiegenden Verfehlungen derDW-Mitarbeiterin, weil Mitarbeiter der Auslandssender andererwestlicher Staaten nicht in Genuss solcher Behandlung kaemen.
Jedenfalls sind die Vorgesetzten der Deutschen Welle auf dieseLinienuntreue zu sensibilisieren. Zwei Bossen haben auch entsprechendreagiert und wuerdige Empoerung zum Ausdruck gebracht. DieterWiefelspuetz attestierte die Auftritte der DW-Frau als „einzigeKatastrophe“. Guenter Nooke (CDU), Menschenrechtsbeauftragter derBundesregierung und Mitglied des Rundfunkrats der Deutschen Welle,warnt davor, dass der Sender „in die Naehe anderer Regierungen rutscht“.
Dass Zhang Danhong ihre leitende Position im Sender inzwischen schonlos ist, genuegt unseren Exilchinesen nicht. Sie fordern dieAbgeordneten auf, „die China-Redaktion der Deutschen Welle gruendlichneu zu organisieren“.
Fuer die Aeusserungen, die uebrigens wie zuvor aufgelistet auch vonvielen deutschen Prominenten geteilt wurden, musste sich zunaechst dieDW-Mitarbeiterin um ihre Stelle bangen. Die Ausuebung ihrer Rechte,Gedanken frei ausdruecken zu koennen, haette sie beinahe den Jobgekostet. Nur um, zur Warnung vor weiteren Gesinnungsabweichlern, einExempel zu statuieren.
Die Dissidenten verlangen aber mehr. Ihre konkrete Forderung:UEberpruefung der direkten Verwandtschaften (inklusive Elterngenerationund der angeheirateten Verwandten) der Mitarbeiter derDW-Chinaredaktion unter anderen auf ihre Parteimitgliedschaft, ihreZugehoerigkeit zu diplomatischem Dienst oder zu staatseigenenUnternehmen.
Diejenigen, die diese Forderung gestellt haben, muessen dafuer einVorbild noch frisch in Erinnerung haben. Auf dem Hoehepunkt derKulturrevolution, fuer viele Jugendlichen, die verzweifelt in dieeinzig politisch korrekten Rotgardisten aufgenommen werden wollten,galt der verhaengnisvolle Leitspruch: „Ist der Vater ein Held, stehtder Sohn seinen Mann. Ist der Vater reaktionaer, bleibt der Sohn einVillain.“ Eine moderne Version der Sippenhaft in Form der sogenanntenAbstammungstheorie.
Unter den Unterzeichnern einiger spaeterer Offenen Briefe gegen dieDW-Chinaredaktion sind nicht wenige fuer eine gruendliche Abrechnungder Geschichte des kulturrevolutionaeren roten Terrors. Zwei von ihnensind Geschwister von Yu Luoke, ein mutiger junger Mann, der im Kampfgegen diese absurde Abstammungstheorie sogar sein Leben lassen musste.
Genau diese exilchinesischen Freidenker sind nun auf die Idee gekommen,die Mitarbeiter einer bedeutenden deutschen Medienanstalt nicht danach,ob sie objektiv, vorurteilsfrei und gerecht Bericht erstatten, sondernach ihrer Blutverwandtschaft zu ueberpruefen und zu reorganisieren.
Bloss gibt es hier in Deutschland keine Zensur.
Deutscher Autorenkreis mit Verfolgungsfleiss
Zwischenzeitlich nahm das Ereignis eine weitere Dimension an: Am 23. September hat der „Autorenkreis der Bundesrepublik“ einen Offenen Briefan den Bundestag veroeffentlicht. Ein Offener Brief, unterzeichnet von59 namhaften Schwergewichten der Weltintellektuellen (Der offene Briefdes von Ihnen wie Halbgott ehrfuerchtig erwaehnten Dissidenten WeiJingsheng, der aber substanziell nichts Neues zu bieten hat, wird hiernicht naeher eingegangen).
Wie es in Ihrem Beitrag „Eklat bei der Deutschen Welle“ publik wurde,sind unter den Unterzeichnenden u. a. Traeger des Nobelliteraturpreisesund des Friedenspreises des deutschen Buchhandels und sonstigerenommierten Schriftsteller und Wissenschaftler.
Allein ihre klangvollen Namen sind Inkarnation der Pressefreiheit undInbegriff der Meinungsfreiheit. Allein der Gedanke, dass in diesemOffenen Brief diese Namen klammheimlich fuer Denunzierung hilfloserMedienmitarbeiter missbraucht werden koennten, waere schon suendhaft.
Ganz im Sinne einer freiheitlichen Demokratie wurde schon dieUnterzeichnung des Offenen Briefs gehandhabt: Der Vorstand beschloss,dass man „in Namen aller Mitglieder unternehmen“ duerfe.
Aber was steht ueberhaupt in dem Offenen Brief dieser letzten Festung der freiheitlichen Demokratie?
Zunaechst wird die „Aufsichts- und Sorgfaltspflicht von Seiten derDeutsche Welle“ in Frage gestellt, die versaeumt haben sollte,einen „Re-Import diktatorischer Propaganda und damit den Verrat an derchinesischen Opposition“ zu verhindern. Es wird ausdruecklich eineMitarbeiterpruefung gefordert, die „fuer alle Redaktionen gelten, dieueber und in totalitaere Laender einschliesslich Russland berichten.“Ausserdem ist „eine nochmalige Stasiueberpruefung“ der deutschenDW-Mitarbeiter anzuordnen und eine Verpflichtung „auf einen Codex hin“vorgeschlagen. Nicht zuletzt wird noch angeregt, dass „einunabhaengiger, diktaturimmuner Beobachter“ eingesetzt werden soll.
Es ist unschwer festzustellen, es wird hierbei im groessten Teil insgleiche Horn geblasen wie bei unseren exilchinesischen Dissidenten. Miteinigen feinen Unterschieden: Zunaechst wird die Sippenhaft auf diesaemtlichen DW-Mitarbeiter erweitert. Zudem ist der Vorschlag neu, zurGesinnungsreinhaltung einen ideologisch resistenten Schnuefflereinzusetzen.
Diese Forderungen markieren in anschauliche Weise die Defiziteunsererseits in Verstaendigung freiheitlicher Meinungsaeusserung.
Wenn es von Meinungsfreiheit die Rede ist, denken wir gleich an denberuehmten Satz: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde meinLeben dafuer einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Sehr wahrscheinlichmachen wir dabei aber einen anachronistischen Gedankenfehler, immerhinwird das Zitat Voltaire zugeschrieben, einem Aufklaerungsphilosophenaus dem 18. Jahrhundert.
Vielmehr soll ein moderneres Zeitalter in Betracht gezogen werden. Manerinnert sich an die AEra der Angst und des Schreckens von einemGeorgier, der auch alle Propaganda auf seiner Seite glaubte. Sein Name:Saakasch- … Oops! … Dschughaschwili, alias Stalin. Beruehmt sind seineSaeuberungen, ausgefuehrt von der Tscheka, naemlich der Geheimpolizei,die hundertprozentig IMMUN gegen „falsche Ideologie“ war.
Bloss gibt es hier in Deutschland keine Zensur.
Zensur existiert naemlich nur in einem totalitaeren Staat, wo man denEmpfaengern mit Einheitsmedien einheitliches Gedankengut eintrichtert.Das nennt man wohl Propaganda. Und wie es in Ihrem Beitrag steht, seidie chinesische Nachrichtenagentur Xinhua „die groesstePropagandaagentur der Welt“. Aber, nennen wir nun das Kind doch beimrechten Namen: in Sachen Propagandakunst steht diese Agentur noch inden Kinderschuhen.
Insgesamt wird das chinesische „Propagandaapparat“ seinem Ruf nichtgerecht. Ein Blick in die aktuelle chinesische Medienlandschaft decktauf, dass, trotz Proteste eines breiten Publikums, immer noch Quellenwie ein Blog von Ai Weiwei, ein Internetforum cat898.com oder eineTageszeitung Southern Metropolitan News existieren. Bekanntlich sind indiesen Medien Meinungen vertreten, die von der offiziellen Linie zumTeil massiv abweichen. Diese Toleranz, die leider nicht der Behauptungder Menschenrechtsprediger entspricht, ist aber nicht Gegenstandunserer Diskussion. Uns interessiert doch nur, wer im Besitz der wahrenPropagandakunst ist.
Die hohe Propagandakunst besteht naemlich in der unauffaelligenMeinungsbildung auf eine subtile und effektive Weise, ohne dieEmpfaenger mit hohlen Parolen zu bombardieren. Die Stimmungswende imWesten seit dem Maerzereignis ist doch ein Paradebeispiel einer solchenLeistung. Etliche westliche Mitmenschen fanden mit medialer Hilfeploetzlich einen „Schurkenstaat“ vor sich, den man unbedingtboykottieren muss. Sie waren stolz darauf, eigene Schluesseselbstaendig gezogen zu haben, dabei haben viele noch niemals einenFuss auf chinesischen Boden gesetzt.
Mit einem so heiklen Propagandaauftrag ist eine pro-chinesische Stimmewie die von Zhang Danhong, dazu noch eine aus den eigenen Reihen, aufkeinen Fall zu vereinbaren. Solche schwarze Schafe gehoeren aus denReihen der deutschen Medienschaffenden gebannt. Und Sie, FrauPamperrien und Herr Hein, sind mit Ihrem Denunzierungs-, oh Pardon,Aufklaerungsversuch, die Gerechtigkeit in Person, um eine langatmigeVollstreckung dieser Verbannung in Gang zu setzen.
Vielleicht schaffen Sie es, was seinerzeit Senator McCarthy nichtschaffte, naemlich einen Staats- bzw. Medienterror gegen alles, wasangeblich mit Kommunismus zu tun haben. Ein aeusserst repressiverUmgang mit damalig linksorientierten Oppositionellen, was auch vomrechtskonservativen Lager bis zum heutige Tag als anstoessig undmenschenunwuerdig verurteilt wird. Nichtsdestotrotz wuenschen wir Ihnenviel Erfolg bei Ihrer modernen Hexenjagd, in der Sie alsInquisitionsrichterin und Inquisitionsrichter auftreten. Werfen Sie dieVerraeterinnen und Verraeter auf die „christlich-europaeischen“Gesinnungsscheiterhaufen. Nach ihrer Verbrennung wird womoeglich eineideologisch reine und homogene Medienwelt zurueckbleiben. Gottlob!
Laesst sich aber somit jeglicher gottverfluchte Chinalob unterbinden? Wohl kaum.
Am 9. Oktober veroeffentlichten renommierte Sinologen, Journalisten undPolitiker, darunter ein anderer Nobelliteraturpreistraeger (GuenterGrass, spaetere Unterschrift), eine Ex-Justizministerin, zweiparlamentarische Staatssekretaere und Leiter der sinologischenAbteilungen oder Ostasienforschungen vieler deutschen Universitaeteneinen Offenen Brief, um die DW-Chinaredaktion zu unterstuetzen.
Fuer die Unterzeichner des Offenen Briefs strebe die Aktion gegen dieDW-Chinaredaktion das Ziel an, jede „um Differenzierung bemuehteoeffentliche Kommunikation ueber die Entwicklung Chinas in Journalismusund Wissenschaft“ zu unterbinden und alle „oeffentlichen Akteure diesesBereichs auf eine pauschale negative Berichterstattung ueber China“ zuverpflichten.
„Fuer die Wahrung der Grundsaetze journalistischer undwissenschaftlicher Professionalitaet, Eigenverantwortung undObjektivitaet ohne jede Einschraenkungen“ treten die Unterzeichnendenein. Die „Verantwortlichen in Publizistik, Politik und Wissenschaft“fordern sie auf, „sich offensiv und entschieden vor die in derlaufenden Kampagne zu Unrecht angegriffenen Personen zu stellen“, dieChina „nicht schlicht als ‚Schurkenstaat’ betrachten“.
In einem weiteren Offenen Briefmit dem Titel „Wir sind das (Hoerer)volk“ haben sich am 11. Oktober„die in Deutschland lebenden chinesischen Studenten und Akademiker“gemeldet, die „zu den zentralen Zielgruppen“ zaehlen sollen, „welchedie Deutsche Welle mit ihren Sendungen zu erreichen angehalten ist“.Sie appellieren unter anderem „eindringlich an alle Mitmenschen inDeutschland bzw. deren Volksvertreter, Abstand zu nehmen vom bequemenSchwarz-Weiss-Denken, und sich vorurteilsfrei mit Chinaauseinanderzusetzen“.
Ende November soll sich der Rundfunkrat mit der Kontroverse um denAuslandssender befassen. Zu einer sachgerechten Beurteilung werden alleeinschlaegigen Beitraege der Chinaredaktion von diesem Jahr insDeutsche uebertragen. Eine vernuenftige Massnahme, finden wir. Ihnen,Frau Pamperrien und Herr Hein, die Sie der chinesischen Spracheueberhaupt nicht maechtig sind, raeumen wir natuerlich das Privilegein, deutsche UEbersetzungen von Ihren Informanten vorselektiertserviert zu bekommen. (Wie gut dies funktioniert, zeigt der Beitrag imAnhang ueber einen Bericht vom Deutschlandfunk ueber die angeblichtendenzioese Berichterstattung der DW-Chinaredaktion.)
Zur Wahrung der Gleichberechtigung unter uns „Rotpropagandisten“ wollenwir aber unbedingt noch eine Frage loswerden. Weil Sie uns dietreffende Bezeichnung „Partei der fuenf Mao“ verpasst haben, koennenSie uns mit Sicherheit Bescheid geben, ob gleiche Entlohnung gilt, auchwenn im Offenen Brief vom 9. Oktober prominente Autogramme vorliegen.Demzufolge die indiskrete Frage:
Bekommen sie auch fuenf Mao bezahlt pro Unterschrift?
In Erwartung auf Ihre aufschlussreiche Antwort verbleiben wir
mit voradventzeitlichen Gruessen (eben „christlich-europaeisch“)
Anti-CNN.com (alias „Partei der fuenf Mao“)
Anhang siehe:
http://www.anti-cnn.com/forum/cn/redirect.php?goto=findpost&pid=1690060&ptid=117618 |
An Wählervertrauen... an Zustimmung...
说的真透彻,解释的真耐心,我想我这辈子都不可能忘得掉。荣幸与福气。我们的AC。
若使天下兼相爱。软实力所在。
各尽所能。
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